Donnerstag, 16. Oktober 2014

Sammelsurium mit Kutschen

Gleich hinter der holländischen Grenze wohnt in Denekamp Gerhard Oude Holtkamp, ein Sammler, der über ein fantastisches kleines Trödelreich herrscht. Hingefahren waren wir, weil wir uns am Tag der offenen Tür die historischen Kutschen ansehen wollten, aber es gab noch viel mehr zu entdecken.
  Die meisten Kutschen standen in zwei Scheunen so dicht gedrängt, dass man sie gar nicht fotografieren konnte...
 Aber einige waren auch auf dem Hof präsentiert.
 Im blankgeputzten Glas der Lampe sieht man das Spiegelbild des Hauses.
Fast 1,70 m ist dieses Kutscherad hoch. Schöne Farbe!
Neben den Kutschen wurde hier auch alles gesammelt, was mit Kutschfahrten zu tun hat. Im Hintergrund sieht man eine Wand voller Kummerts (Heißt das so? Ich kenn mich nicht aus und hab versucht, die Erklärung zu googlen.)
Eine andere Wand voller Lampen.
Die Trensen-Sammlung.
Sogar eine kleine Koffer-Sammlung fand sich auf einem alten Schrank.
Gleich um die Ecke war die ehemalige Schuster-Werkstatt mit einer Wand voller Leisten.
Dahinter wiederum eine Sammlung von vielen Wölfen...
... und einem Fuchs.
Regale mit Unmengen an Zeugs.
Sogar ein Schulzimmer mit Pisspott und Clogs.
Hier die Sammlung rostiger Kannen.
Und die Sammlung rostfreier Kannen.
Rostige Hufeisen.
Alter Bierfässer aus VEB-Beständen.
Sehr liebevoll auch die Sammlung verschiedenster Kürbissorten.
In einem kleinen Nebengebäude sahen wir auch noch eine Ausstellung von Spielzeug und Miniaturen zum Thema Pferd und Wagen. Geschnitzte hölzerne Pferde, Pferde aus Porzellan und Elfenbein, Pferdemotive auf Bierkrügen vom Münchner Oktoberfest, Medaillen und Zierteller. Der Wahnsinn.
Und zwei echte Pferdchen standen dort auch.

Das war mal wirklich mehr als erwartet! Ich find's einfach toll, wenn jemand mit so viel Leidenschaft seinem Hobby nachgeht. Der gute Herr Holtkamp war für ein Teil seiner Sammlung sogar mal bis in die Nähe von Hannover gefahren. So weit weg war er sonst noch nie in seinem Leben.
Wenn da mal wieder Tor und Tür für die Öffentlichkeit geöffnet werden, schaut Euch das mal an! Lohnt sich!!

 sonnige Grüße: christina ;)

Sonntag, 5. Oktober 2014

Ab in die Pilze

Meine Mutter und ich haben am 3. Oktober bei herrlichstem Spätsommerwetter an einem kleinen NABU-Ausflug teilgenommen. Zum Thema "Pilze im Bentheimer Wald". Wir hatten mit vielleicht einem Dutzend weiterer Interessierter gerechnet und wurden überrascht von über 100 anderen Teilnehmern.
Zuerst hörten wir einen knapp einstündigen Vortrag zu verschiedenen Pilzen im Allgemeinen und im Besonderen über einige Exemplare, die die Experten zuvor zusammengetragen hatten.

Ganz wichtig: erstmal einen Grappa aus einem kleinen Trichterpilz in den Pilzexperten kippen.
Uns wurde erklärt, dass es in letzter Zeit recht trocken war und wir deshalb wohl nur sehr wenige Pilze sehen würden.
Deshalb hatten die Kenner schon mal etwas Anschauungsmaterial vorbereitet.
Ich hab mir nicht gemerkt, wie die Pilze heißen und ob sie essbar, genießbar oder giftig sind. Aber hübsch sahen sie aus.
Dann wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, weil der Andrang so groß war. Unsere Gruppe ging ein paar hundert Meter in den Bentheimer Wald hinein.

Und tatsächlich sind überall Pilze. Hätte ich gar nicht gedacht. Nichts, was man hätte einsammeln und in der Pfanne hätte braten können, aber jede Menge kleiner Pilzchen, die man sonst immer übersieht.
Mein neues Lieblingspilz ist seither der lila Lackpilz.
Eine Seltenheit ist dieser Klapperschwamm. Der war schon ziemlich hinüber. Er bewegte sich sogar. Vielleicht waren Maden drin, deren Bewegungen den Pilz wackeln ließen. Ziemlich gruseliger Waldbewohner!
Der Klapperschwamm war der größte Pilz, der uns über den Weg gelaufen.
Die kleinen Vertreter sind die Schimmelpilze, die schnell alles Verwesende überziehen.
Ob das, was man auf diesem Baumstamm sieht, überhaupt Pilze sind, weiß ich gar nicht, sah aber auch sehr interessant aus.
Hier ein kleines Rudel Pilze, das auch nicht im Kochtopf landet.
Ein elegantes Exemplar mit schlankem Fuß. Ton in Ton mit dem umgebenden Laub.
Diese Pilze wurden schon von anderem Schimmelpilzen überfallen.
Gut getarnt im morschen Holz versteckt sich ein knolliger Bovist.
Ins Sonnenlicht drapiert habe ich diesen Pilz, der ganz zarte rosa Lamellen hat.
Wie winzige japanische Sonnenschirmchen wirken diese Pilzchen am Baumstamm.
Später am Tag waren wir noch in einem Heide-Moor-Wasservogel-Gebiet. Da meine Aufmerksamkeit gerade auf Pilze fokussiert war, habe ich auch dort ein paar entdeckt. Zum Beispiel diesen Kartoffelbovisten.
 Oder diesen hier. Ganz unscheinbar.
 An diesem hat schon jemand genascht...
Hier bin ich mir nicht sicher, ob es sich um winzige Pilze oder um Flechten handelt. Die Gewächse sehen jedenfalls total spacig aus!
Am nächsten Tag - immer noch auf Pilzsuche eingestellt - fand ich noch diesen prächtigen Baumpilz.
Ich bin ganz begeistert, wie vielfältig das Pilzvolk aussehen kann. Ein leckeres Rezept hab ich zwar nicht für Euch, aber manchmal reicht ja auch Angucken.

herbstliche Grüße: christina ;)




Mittwoch, 1. Oktober 2014

Baking Bread - Neulich im Labor


"Hey, Mann, Mr. White, was hast Du Dir eigentlich gedacht, wo ich den Stoff herkriegen soll? In der ganzen Stadt ist keiner aufzutreiben."

"Jesse, Du hast doch sicher nicht gut genug gesucht."

"Doch, Mann, bei allen lokalen Dealern. Ich war bei Ned 'O, bei Al Fresh, dEEm, Ed Eka, bei Wine Fohs, im reform-house, bei Miller, bei den Spaniern, die komplett dicht gemacht haben und sogar bei Mr. Goya in der Beer Street, der mir nur empfehlen konnte, das Zeug von dEEm zu nehmen, das unserem Stoff am nächsten kommt. Hier hab ich jetzt also nur das 1050er."

"Jesse, Du weißt doch, dass wir uns genau ans Rezept halten müssen, sonst leidet die Qualität unseres Produktes, und das können wir uns nicht leisten.

"Sorry, Mr. White, aber es gab keins. Kapiert? Dann wird diese Charge eben mal 2. Wahl."

"Na gut, es hilft nichts. Wir müssen im Geschäft bleiben. Wir kochen!

Also, pass auf, hier ist das Rezept.

Du musst 300 ml von der kolloidalen Dispersion von Eiweißstoffen, Milchzucker und Milchfett in Wasser auf 30°C erwärmen.
Davon nimmst Du 100 ml ab und gibst 6 g Saccharomyces cerevisiae und 4 g C12H22O11  dazu.
barm, salt, sugar see more on http://sweet-homemade-things.blogspot.de/2014/10/baking-bread-neulich-im-labor.html
Lass es 5 Minuten stehen."
"Hey, Mr. White, guck mal, wie das aussieht. Das hat irgendwie reagiert. Muss das so sein?"

"Ja, das ist genau die chemische Reaktion, die wir wollen. Rühr um, damit sich alles auflöst. Danach gibst Du weitere 100 ml von der Dispersion dazu.

In die gelbe Schüssel misst Du 500 g von dem weißen Pulver und 6 g Natriumchlorid ab.

 Mach in die Mitte des Pulvers eine Vertiefung, füll unsere Lösung und die restliche Dispersion ein und vermenge alles. Knete solange, bis eine elastische Masse entstanden ist."

"Ist das okay so?"

"Absolut. Lass es 45 Minuten stehen, knete dann noch einmal durch und lass es noch mal 45 Minuten stehen. Dann machen wir weiter."

"Wow, guck Dir das an. Das ist jetzt doppelt so groß wie vorher."

"Alles klar. Knete noch mal durch und forme einen Strang von 40 cm. Lege ihn in S-Form in diese Metallform, die mit Polytetrafluorethylen beschichtet ist, damit nachher keine Teile des Produktes in der Form zurückbleiben. Verstreiche aber vorher zur Sicherheit noch eine Emulsion aus gehärteten und ungehärteten Fetten und Wasser in der Form."

"Oh, scheiße, das sieht aus wie ein alter, menschlicher Arm ohne Knochen."

"Ist schon gut, Jesse, wir lassen es jetzt noch mal eine Stunde in Ruhe."

"Yo, Mann, es ist wieder größer geworden. Was jetzt?"

 "Zur Verbesserung der Oberfläche des Produktes trägst Du jetzt mit dem Pinsel eine Mischung aus Hühnerei und unserer kolloidalen Dispersion auf.

Gut. Jetzt stell es in den Ofen und lasse es dort für 45 Minuten fest werden bei 200 °C."

"Es ist fertig. Entspricht es unserem Qualitätsstandard?"

"Es ist nicht so gut wie das blaue Zeug, aber es wird die unkritischeren Konsumenten überzeugen. Die Probe geht an das mexikanische Kartell und den Rest verteilst Du auf der Straße. Aber niemand erfährt, dass das unser Produkt ist, verstanden?"

"Geht klar, Mr. White."