Posts mit dem Label Aus der Küche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Aus der Küche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Baking Bread - Neulich im Labor


"Hey, Mann, Mr. White, was hast Du Dir eigentlich gedacht, wo ich den Stoff herkriegen soll? In der ganzen Stadt ist keiner aufzutreiben."

"Jesse, Du hast doch sicher nicht gut genug gesucht."

"Doch, Mann, bei allen lokalen Dealern. Ich war bei Ned 'O, bei Al Fresh, dEEm, Ed Eka, bei Wine Fohs, im reform-house, bei Miller, bei den Spaniern, die komplett dicht gemacht haben und sogar bei Mr. Goya in der Beer Street, der mir nur empfehlen konnte, das Zeug von dEEm zu nehmen, das unserem Stoff am nächsten kommt. Hier hab ich jetzt also nur das 1050er."

"Jesse, Du weißt doch, dass wir uns genau ans Rezept halten müssen, sonst leidet die Qualität unseres Produktes, und das können wir uns nicht leisten.

"Sorry, Mr. White, aber es gab keins. Kapiert? Dann wird diese Charge eben mal 2. Wahl."

"Na gut, es hilft nichts. Wir müssen im Geschäft bleiben. Wir kochen!

Also, pass auf, hier ist das Rezept.

Du musst 300 ml von der kolloidalen Dispersion von Eiweißstoffen, Milchzucker und Milchfett in Wasser auf 30°C erwärmen.
Davon nimmst Du 100 ml ab und gibst 6 g Saccharomyces cerevisiae und 4 g C12H22O11  dazu.
barm, salt, sugar see more on http://sweet-homemade-things.blogspot.de/2014/10/baking-bread-neulich-im-labor.html
Lass es 5 Minuten stehen."
"Hey, Mr. White, guck mal, wie das aussieht. Das hat irgendwie reagiert. Muss das so sein?"

"Ja, das ist genau die chemische Reaktion, die wir wollen. Rühr um, damit sich alles auflöst. Danach gibst Du weitere 100 ml von der Dispersion dazu.

In die gelbe Schüssel misst Du 500 g von dem weißen Pulver und 6 g Natriumchlorid ab.

 Mach in die Mitte des Pulvers eine Vertiefung, füll unsere Lösung und die restliche Dispersion ein und vermenge alles. Knete solange, bis eine elastische Masse entstanden ist."

"Ist das okay so?"

"Absolut. Lass es 45 Minuten stehen, knete dann noch einmal durch und lass es noch mal 45 Minuten stehen. Dann machen wir weiter."

"Wow, guck Dir das an. Das ist jetzt doppelt so groß wie vorher."

"Alles klar. Knete noch mal durch und forme einen Strang von 40 cm. Lege ihn in S-Form in diese Metallform, die mit Polytetrafluorethylen beschichtet ist, damit nachher keine Teile des Produktes in der Form zurückbleiben. Verstreiche aber vorher zur Sicherheit noch eine Emulsion aus gehärteten und ungehärteten Fetten und Wasser in der Form."

"Oh, scheiße, das sieht aus wie ein alter, menschlicher Arm ohne Knochen."

"Ist schon gut, Jesse, wir lassen es jetzt noch mal eine Stunde in Ruhe."

"Yo, Mann, es ist wieder größer geworden. Was jetzt?"

 "Zur Verbesserung der Oberfläche des Produktes trägst Du jetzt mit dem Pinsel eine Mischung aus Hühnerei und unserer kolloidalen Dispersion auf.

Gut. Jetzt stell es in den Ofen und lasse es dort für 45 Minuten fest werden bei 200 °C."

"Es ist fertig. Entspricht es unserem Qualitätsstandard?"

"Es ist nicht so gut wie das blaue Zeug, aber es wird die unkritischeren Konsumenten überzeugen. Die Probe geht an das mexikanische Kartell und den Rest verteilst Du auf der Straße. Aber niemand erfährt, dass das unser Produkt ist, verstanden?"

"Geht klar, Mr. White."

Donnerstag, 4. September 2014

Guglhüpfer mit Sahnelikör

"Backen mit Love" von Andrea Stolzenberger hab ich neulich im Buchladen meines Vertrauens zufällig entdeckt. Ich brauchte wirklich nicht noch ein Backbuch. Aber dieses war soooooo wunderschön, dass  ich es nicht liegenlassen konnte. Trifft genau mein Begeisterungszentrum! Es ist ganz toll gestaltet mit bunten Bildchen, kleinen Figürchen, Tapes und Spitzen, Stoffen und Häkeleien und natürlich fantastischen Fotos.

Jetzt habe ich ein Rezept ausprobiert. Und zwar "Annas besten Eierlikörkuchen". Allerdings ohne Eierlikör. Ich hatte noch Sahnelikör da, der auch funktionierte. Ich habe nur das halbe Rezept gemacht und trotzdem war es noch zuviel Teig für 12 kleine Gugelhupfformen. Den Rest habe ich noch in 24 mini-Muffinformen füllen können.
Ich habe also verwendet:
3 Eier
125 g Puderzucker
1/2 TL Zimt (im Rezept stand Vanilleextrakt, aber den hatte ich auch nicht)
150 ml Sonnenblumenöl
150 ml Sahnelikör (statt Eierlikör)
75 g Mehl
75 g Stärke
1 geh. TL Backpulver
1 Prise Salz
Eier, Puderzucker und Zimt auf hoher Stufe verrührt. Öl und Likör dazu. Dann die restlichen Zutaten unterrühren. Der Teig kam mir sehr flüssig vor, aber so ließ er sich super auf die Förmchen verteilen.
Nach 25 min bei 180°C waren die kleinen Guglhüpfer fertig, müssten aber noch 15 Minuten in der Form entspannen.
 Und gingen dann - zu meiner großen Freude - total leicht raus.
 Sehen die nicht super aus? Meine beiden bisherigen Versuche mit der Gugelhupfform waren doch eher bescheiden gelungen.
 Dann werden die noch warmen Gebäckstücke mit einer Mischung aus Likör und Rum getränkt. Mit dem Löffel oder Pinsel etwas darübergeben, dann zieht die Flüssigkeit gut ein. Zum Schluss noch mit Puderzucker beschneien.
 Und dekorativ auf einer Tortenplatte drapieren.
Und lecker ist es auch noch! :)

Das Buch ist so entzückend, dass ich es ganz langsam lese, um möglichst lange Spaß daran zu haben. Ich habe es bis jetzt erst zur Hälfte gelesen. Eben habe ich aber Andreas Blog aufgerufen und festgestellt, dass der ebenso wunderbar ist. Das bedeutet, auch wenn ich das Buch zuendegelesen habe, gibt es noch die Möglichkeit, dass es online weitergeht.



süße Grüße: christina ;)

Dienstag, 24. Juni 2014

How to make: Melonen-Seife

MMMMmmmmm, Melone!

Warum jetzt gerade Melone? Das Parfümöl namens "Super Melon" hatte ich noch in meiner Seifenkiste und wollte es mal verarbeiten. In der Seife ist auch tatsächlich keine echte Melone drin, sondern nur das Parfümöl, das so dolle nach Melone duftet, wie keine echte Melone jemals duften könnte.


Und so geht's:

Die Seife besteht aus:
358 g Olivenöl
258 g Sonnenblumenöl
250 g Kokosnussöl
229 g Rapsöl
367 g destilliertem Wasser
150 g Natriumhydroxid (NaOH)
10 ml Parfümöl "Super Melon"
1 TL Pigment "Maigrün"

Zuerst mal Schutzausrüstung anlegen. Vorher passiert hier gar nix!
Dann das Gefährliche - die Lauge: Das NaOH langsam in das destillierte Wasser rieseln lassen, dabei ständig rühren und am besten nicht atmen wegen des giftigen Dämpfe, die entstehen, wenn sich die Mischung stark aufheizt.
Ich stelle die Schüssel mit der Mischung immer ins Spülbecken, damit ich um die Schüssel herum kaltes Wasser einlaufen lassen kann, was die Lauge schneller abkühlen lässt.
Die Lauge soll sich runterkühlen bis etwas 25 °C. Also handwarm. Aber bloß nicht mit der Hand reinfassen!!
Dann das Kokosfett bei kleiner Hitze langsam schmelzen. Etwas abkühlen lassen. Danach das weitere flüssige Öl dazugeben.
So, nun haben wir zwei handwarme Flüssigkeiten, die jetzt vermischt werden.
Dabei wird die Lauge in die Ölmischung gegossen und dann mit Pürierstab und Kochlöffel solange gerührt, bis sie die Konsistenz von frisch gekochten Vanillepudding hat. Aber nicht den Finger reinstecken!
Dann das Parfümöl dazugeben.
Und das Pigment, was vorher mit etwas Seifenmischung glattgerührt wurde, damit es keine fiesem Klümpchen in der Seife gibt. Alles gut verrühren.
Und dann abfüllen. In eine Holzform, die mit einem Gelben Sack ausgelegt wurde. Ich weiß, man soll die teuren Gelben Säcke nicht zweckentfremden, aber das Plastik ist so schön dünn, dass die Folie nicht allzu grobe Falten schlägt.
Die schon etwas erstarrte Seife liegt nun in der Form und wird mit der Folie und einer kuscheligen Decke abgedeckt, um zu "schlafen". Schaut man nach einer Stunde noch mal nach der Seife, stellt man fest, dass sie sich in der "Gelphase" befindet. Das heißt, die hitzt sich noch mal kräftig von innen nach außen auf, wird wieder flüssig und noch farbintensiver.
Zwei Tage später. Die Seife ist abgekühlt und schnittfest, so dass man sie in Scheiben schneiden kann. Ich hab dieses Mal jede Scheibe noch mal halbiert, so dass ich schöne kleine Seifchen habe.
Dann braucht man nur noch ein passendes Label für vorne und eine Inhaltsliste für hinten. Ich hab erst mal nur drei Stücke zu Demonstrationszwecken eingepackt, denn die Seife muss noch drei Monate reifen und aushärten, wobei sie etwas schrumpft. Die Verpackung passt ihr dann vielleicht gar nicht mehr.

Saubere Seifengrüße:
christina ;)



Dienstag, 13. Mai 2014

Fondant-Versuche

Zuerst war da die Idee mit dem Waschbär. 
Und dann der Rollfondant, der noch im Kühlschrank herumlungerte...

Diese kleine Skizze hab ich mir gezeichnet. Es soll ein Waschbär sein. Das muss ich wohl dazusagen. Besser hab ich's nicht hingekriegt. So oder so ähnlich sollte dann der fertige Muffin aussehen. 
 Dazu machte ich erst mal mein Standard-Cupcake-Rezept aus:
120 g Butter
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
150 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1 Prise Salz
Zusätzlich hab ich eine handvoll Sultaninen und ein Päckchen gehackte Mandeln mit in den Teig geworfen und mit einem Schluck Milch für die richtige Konsistenz gesorgt.
 Auf 12 Muffinförmchen aufgeteilt wandert der Teig dann für 25 min bei 170°C in den Ofen.
 Sind sie goldgelb und gar, können sie raus aus dem Rohr.
Nun zum interessanten Teil: der Fondant.
Den kann man super kneten und ausrollen. Mit einem Wasserglas in ähnlicher Größe wie der Muffin hab ich den weißen Untergrund ausgestochen.
Aus dem schwarzen Fondant hab ich mit einem kleinen Messer die dunklen Waschbärteile zugeschnitten und mit Karamelsirup am Untergrund festgeklebt. Das Ergebnis fand ich aber noch weniger gelungen als die Skizze. Die Öhrchen gehen echt gar nicht! :(
Was also kann man mit dem Fondant sonst noch machen??
Zebrastreifen!
Dazu hab ich den weißen Fondant ausgerollt und aus dem schwarzen unregelmäßige Streifen ausgeschnitten, auf den weißen Fondant gelegt und mit dem Nudelholz platt gemacht. Das war einfacher, als ich dachte.
Die letzte Idee fand ich allerdings am besten: Marmor!
Einfach die Reste zusammengekneten und noch mal ausrollen.
 Guten Appetit beim Verzehr seltener Tierarten und teurem Bodenbelag!
christina ;)