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Mittwoch, 22. Juli 2015

Art Journaling

Schon wieder hab ich mir ein Buch gekauft und hatte anschließend ein neues Hobby...

Dieses Mal war es "Paper Art - Individuelle Papierarbeiten und Collagen" von Janna Werner. Aus dem Buch habe ich erfahren, dass es Art Journaling ( zu deutsch künstlerisches Tagebuchführen) gibt. Ich hab immer schon mal Eintrittskarten, Ausschnitte, Washi-Tape, Aufkleber und andere flache Sachen in mein Tagebuch eingeklebt, aber dass das auch optisch ansprechender geht, ist mir bisher völlig entgangen. Die Arbeiten von Janna Werner fand ich toll, aber auf Youtube hab ich ganz spannende Arbeiten entdeckt. Stundenlang hab ich mir angeschaut, was France Papillion immer mondays artgejournalt hat.

Mit so vielen unterschiedlichen Materialien, Farben, Stempeln, Papieren! Das musste ich auch mal ausprobieren. Nicht in meinem normalen Tagebuch, sondern in meinem Art Journal. Da hab ich mir ein Moleskin-Heft im Format 21 x 15 cm hergenommen und einfach mal ein paar Techniken ausprobiert. Nebenbei hab ich noch kiloweise Material und Farben gekauft... Aaaargh!!

Rausgekommen ist bisher jedenfalls das Folgende:
 Erster Versuch.
 So ähnlich bei Youtube gesehen. Leider weiß ich nicht mehr, wo.
Das Motiv hab ich dann mit einem anderen Vogelmotiv variiert.
 Und weil's so einen Spaß machte, noch eine dritte Version.
 Die Idee mit den Tags auf der linke Seite hab ich im Internet gesehen. 
 Unterm Bett hab ich beim Aufräumen ein paar etwas ältere Fotos von mir gefunden. Einige konnten weg. Dieses hab ich verarbeitet.
 Hier mal eine schöne Erkenntnis von Albert Einstein.
 Meine Lieblingsstrophe vom Johnny-Cash-Song "Folsom Prison".
 Hier hab ich Strukturpaste ausprobiert.
 Aus meinem Vorrat an Glanzbildchen. Was man nicht sieht: die Tags sind mit Nähgarn an den Blümchen befestigt.
 Da hab ich mir Rostfarbe gekauft. Keine Farbe gegen Rost, sondern eine mit der man neue Sachen anmalen kann, damit sie rostig aussehen.
 Zu dem total verpfuschten Hintergrund ist mir nix mehr eingefallen. Da fielen mir die Post-it-Tierchen in die Hände, die über das Universum diskutieren. Naja... ;)
 Eigentlich wollte ich hier einen Krakelier-Look mit Reißlack hinkriegen, aber das funktionierte überhaupt nicht. Die Striche, die ich dann mit Goldstift gezogen hatte, verwischten beim nächsten Firnisauftrag. In die noch nicht getrocknete Oberfläche hab ich Blattgold verteilt, goldenes Nähgarn zerwühlt, einen Spruch mit dem Wort "Gold" gestempelt und aus einem Kunstbuch eine schweigende Dame ausgesucht. Plan ist anders!
 Die Landkartenstempel, die ich im Internet bestellt hatte, waren eben per Post gekommen. Die Vogelkäfige sind kleine Holzteile, die man kaufen und anmalen kann.
 Die Briefmarke und das eingefärbte Jutestück wollte ich verarbeiten. Der Rest hat sich ergeben.
 Ja, das erste Mal ein Kreuzworträtsel komplett gelöst! Es wurde zum Hintergrund.
Die neue kakaofarbene Sprühfarbe musste hier ausprobiert werden.

Wie Ihr seht, hab ich noch keinen eigenen, einheitlichen Stil entwickelt, sondern nur drauflosprobiert.
Macht aber Spaß!

sonnige Grüße: christina ;)

Donnerstag, 4. September 2014

Guglhüpfer mit Sahnelikör

"Backen mit Love" von Andrea Stolzenberger hab ich neulich im Buchladen meines Vertrauens zufällig entdeckt. Ich brauchte wirklich nicht noch ein Backbuch. Aber dieses war soooooo wunderschön, dass  ich es nicht liegenlassen konnte. Trifft genau mein Begeisterungszentrum! Es ist ganz toll gestaltet mit bunten Bildchen, kleinen Figürchen, Tapes und Spitzen, Stoffen und Häkeleien und natürlich fantastischen Fotos.

Jetzt habe ich ein Rezept ausprobiert. Und zwar "Annas besten Eierlikörkuchen". Allerdings ohne Eierlikör. Ich hatte noch Sahnelikör da, der auch funktionierte. Ich habe nur das halbe Rezept gemacht und trotzdem war es noch zuviel Teig für 12 kleine Gugelhupfformen. Den Rest habe ich noch in 24 mini-Muffinformen füllen können.
Ich habe also verwendet:
3 Eier
125 g Puderzucker
1/2 TL Zimt (im Rezept stand Vanilleextrakt, aber den hatte ich auch nicht)
150 ml Sonnenblumenöl
150 ml Sahnelikör (statt Eierlikör)
75 g Mehl
75 g Stärke
1 geh. TL Backpulver
1 Prise Salz
Eier, Puderzucker und Zimt auf hoher Stufe verrührt. Öl und Likör dazu. Dann die restlichen Zutaten unterrühren. Der Teig kam mir sehr flüssig vor, aber so ließ er sich super auf die Förmchen verteilen.
Nach 25 min bei 180°C waren die kleinen Guglhüpfer fertig, müssten aber noch 15 Minuten in der Form entspannen.
 Und gingen dann - zu meiner großen Freude - total leicht raus.
 Sehen die nicht super aus? Meine beiden bisherigen Versuche mit der Gugelhupfform waren doch eher bescheiden gelungen.
 Dann werden die noch warmen Gebäckstücke mit einer Mischung aus Likör und Rum getränkt. Mit dem Löffel oder Pinsel etwas darübergeben, dann zieht die Flüssigkeit gut ein. Zum Schluss noch mit Puderzucker beschneien.
 Und dekorativ auf einer Tortenplatte drapieren.
Und lecker ist es auch noch! :)

Das Buch ist so entzückend, dass ich es ganz langsam lese, um möglichst lange Spaß daran zu haben. Ich habe es bis jetzt erst zur Hälfte gelesen. Eben habe ich aber Andreas Blog aufgerufen und festgestellt, dass der ebenso wunderbar ist. Das bedeutet, auch wenn ich das Buch zuendegelesen habe, gibt es noch die Möglichkeit, dass es online weitergeht.



süße Grüße: christina ;)

Montag, 7. Juli 2014

Collagen

Kreativspielraum entdeckt !!


Neulich hab ich mir ein Buch gekauft. Kann ja mal vorkommen.

 Aber dieses musste einfach sein. Ich hatte am Anfang der Woche im Laden mal reingeblättert und fand es super. "Collagen - it's me" von Marielle Enders (aus dem Englisch-Verlag). Schönes Buch, aber ich mache ja gar keine Collagen. Bis zum Ende der Woche hab ich mich dann gefragt, warum ich eigentlich keine Collagen mache. Die können ja ganz bezaubernd sein. Und man kann jede Menge Washi-Tape verwenden... (grins!)

Am Samstag hab ich mir das Buch dann gekauft, sofort durchgelesen und alles ausgiebig bestaunt. Die Farben, die Muster, die Bildaufteilung, die kleinen Geschichten, die vielen tollen Details, die süßen Motive und wie das alles luftig-locker-leicht zusammenspielt. Mit Tiefgang, doch ohne zu ernsthaft zu sein. Ich hab das Gefühl, Marielle Enders hat sich bei jedem kleinen Papierschnipsel etwas gedacht, bevor sie ihn aufgeklebt hat. Aber ohne sich zu krampfhaft das Hirn zu zermartern.

Und das beste, ich muss für ein tolles Bild gar nicht malen oder zeichnen können, ich muss keine Perspektive beherrschen oder bei einem Stil bleiben. Ich kann alles mischen, gefundene Motive/Tiere/Figuren verwenden und im Sinnzusammenhang aneinanderfügen, ohne bestimmte Vorgaben beachten zu müssen. Da sind tatsächlich noch einige Kreativspielräume zu entdecken.

Jetzt weiß ich endlich, wofür ich all die Jahre buntes Papier aufgehoben, Poesiealbum-Bildchen gekauft und Masking-Tape gesammelt habe. Jetzt kann ich das alles verwenden!!!! :)))
Ein erstes Thema hatte ich schon parat: mein Hamburg-Trip.

Material hatte ich ja genug für ein Bild (für ein Fotoalbum hätte es nicht gereicht). In Hamburg hatte ich Fotos gemacht, Washi-Tape gekauft, Fahrkarten gedruckt, einen Reiseführer zerfleddert und Quittungen ins Portemonnaie gesteckt. Kann man alles aufkleben! Ich hab erst mal gesammelt, ausgeschnitten und auf dem Papier hin und her geschoben.
Und das ist das Ergebnis:

Drei Damen im Zentrum. Der Star in der Mitte ist die Dame mit Ottensen-Herz am Hals, die ich in einem Schaufenster gesehen hatte. Daneben bin ich, wie ich mich in einem Spiegel in einem anderen, sehr verwinkelten Laden knipse, darunter das auf die kleine Papiertüte gestempelte Mädchengesicht aus dem feinen Laden "Vergissmeinnicht", in dem ich die tierischen Plätzchenausstecher gefunden habe. Bei Frau Tulpe hab ich den Eichhörnchenstoff erstanden, der aber farblich nicht mit auf's Bild passte (und ich wollte ihn auch noch nicht anschneiden). Ein Stückchen Hamburg-Stadtplan und ein bisschen Bahnfahrkarte finden sich. 2,95 € hat eins der Tapes gekostet. Die 8 eingearbeiteten Tapes stammen alle von diesem Trip. Die Fische sind natürlich ganz hamburgtypisch. Und die Schwalbe fand ich einfach nur niedlich... ;)

Dieses erste und ganz private Projekt fand ich noch etwas voll und chaotisch. Deshalb hab ich versucht, etwas Professionelleres zu machen und in einem Farbschema zu bleiben. Neues Thema: unter Wasser


Ich wollte nämlich gerne den Kraken verarbeiten. Nicht süß-sauer eingelegt, sondern in seinem natürlichen Lebensraum. Oben ist Himmel und unten ist Wasser. Das hab ich versucht, mit verschiedenen Papieren anzudeuten. Das sieht doch schon viel aufgeräumter aus.

Aber eine spannende Aufteilung ist das noch nicht. Deshalb hab ich mich mal ganz an einer Idee aus dem Buch von Marielle Enders orientiert. Rechts ihre Collage "Hasenmut", links mein "Bär und Kuh".
Die Aufteilung hab ich schon ganz gut getroffen, oder? Das Gras ganz links war ein Rest Geschenkpapier, den ich mal ganz günstig (weil zerknickt) geschossen hatte. Unten rechts ist ein grüner Ausriss aus dem Hamburg-Stadtplan. Der grüne Blümchenstoff aus dem Original findet sich zufällig auch in meiner Stoffsammlung, aber der passte nicht auf mein Bild. Und ich wollte auch nicht so dreist kopieren.

Nächster Halt: Der Zirkus. Ich hab alles hingeschmissen und bin zum Zirkus abgehauen. Hier seht ihr mich mit Blumen im Haar neben einer entzückenden tanzenden Elfe. Wir treten im Duett im Zirkus auf, dessen Direktor ein wichtiger Frosch ist. Ein Clown jongliert derweil rote Bälle, ein Fisch mit Schirmchen fliegt über die Manege. Das Publikum staunt über all die fantastischen Darbietungen.
Dann wollte ich eine Bildserie machen, wie ich einige im Buch gesehen hatte. Anfangsmotiv war eine andere süße Tänzerin, die Konservendosen jongliert und für die es im Zirkus schon zu voll war. Ich wollte sie alleine in den Mittelpunkt stellen, weil sie es einfach verdient hat.


"enjoy your skills" (erfeue dich deiner Fähigkeiten) heißt die kleine Serie. Das zweite Bild zeigt ein Männchen machendes Schwein, das eine Krone balanciert. So glücklich, wie es schaut, gehe ich davon aus, dass es dieses Kunststück freiwillig macht.

Bild 3 hat einen Geige spielenden Engel an einer Felskante zum Protagonisten. Das Verbindende dieser drei Collagen sind der blaugestrichene Hintergrund, ein Stück Kassenbuchpapier, der Schriftzug "enjoy your skills", ein ins Bild fliegender Fisch, frische Blumen und natürlich der begabte Held im Zentrum.
Unterm Bett hab ich eine alte Kopie von einem Foto gefunden, das ich mal von einem früheren Kollegen und heutigen Musiker geschossen hatte. Mag man ja nicht wegwerfen. Kann man nämlich noch verwenden! Im Internet hab ich nach einem schlauen Spruch gesucht, der etwas mit dem Motiv des Weg- oder Weiter-Gehens zu tun hat. Und was sehr Schönes gefunden. Dazu hab ich zwei Reihen Zugvögel geklebt, einen fliegenden Fisch, ein kleines Poststempelmotiv, einen zurückblickenden Greifvogel, eine fremde Landschaft und einen Streifen Film ohne Belichtung. Der Lebensfilm ist also noch offen für das, was du draus machst. Bedenke woher du kommst, schau, wohin du gehst und erinnere dich daran, wie weit du schon gekommen bist. Jetzt wird's philosophisch...

Und gleich drauf wird's etwas abgedreht. Aus einem Möbelkatalog hab ich zwei Hocker, ein Flugzeugbild und ein Ziegenfell ausgeschnitten und daraus die Collage "wenn Ziegen fliegen" gemacht.
Aus Kommoden, einem Bilderrahmen, einem Garderobenständer und einer Holzuhr wurde "die Tierwelt auf der Insel Kommodo". Auf der übrigens auch Elfen leben.
Und weil das solch einen Spaß gemacht hat, folgten drei weitere Katalog-Collagen.
In "Flow" hocken zwei Eulen auf und in einer Kommode, während am Sternenhimmel die Holzuhr als Mond leuchtet.
 In "Beginn" beleuchten zwei Hängelampen eine biblische Szene im unteren Teil des Bildes. Dazwischen fliegen das schon bekannte Flugzeug und zwei Superheldinnen.
 "Live mindfully" spielt wieder unter Wasser. Leben im Hier und Jetzt. Im Schwarm oder alleine. Im Wasser oder in der Luft. Aus dem Katalog entsprangen der Fischschwarm und der Holzfisch, der von links kommt.

Als letztes kommt ein Selbstportrait. In der Mitte bin ich. Und wie ihr seht, hab ich nicht nur einen Vogel. Manchmal piept's bei mir gewaltig. Und manchmal ist das gar nicht lustig, weil ich dann melancholisch werde, was euch mein Lieblings-Raffael-Engel direkt hinter mir zeigt. Da ich einer der ganz großen Hasenfüße unter der Sonne bin, gesellt sich noch ein kleines Angsthäschen zu mir. Ich mag Schmetterlinge und Blumen, weshalb diese nicht fehlen durften. Das Maßband-Tape verweist auf meine Näh-Abenteuer, bei denen ich stets ein Maßband um den Hals trage. Ein Stückchen Stadtplan für meine geliebten Städtetrips. Und den Hintergrund bildet mein erstes selber entworfenes Muster mit kleinen Wölkchen, das auf Bio-Baumwollstoff gedruckt wurde.
Marielle Enders Collagen sind natürlich viel schöner (liegt es an den Farben, dem Bildaufbau, den Mustern, den Freiräumen? Ich weiß es nicht.) aber dieses Collagieren macht solch einen Spaß, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte. Nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, kamen mir gleich ein Dutzend Bild-Ideen. Von denen hab ich allerdings erst zwei umgesetzt. Alles andere ist mit irgendwie von selbst zugeflogen. Nicht dass so ein Bild ganz flugs gemacht ist. Da brüte ich jeweils eine gute Stunde dran. Mit Suchen, Auswählen, Ausschneiden, Zusammenstellen, Hintergrund Anmalen, Revidieren und Kleben. Ich glaube, der Trick ist, dass man nicht wartet, bis man das perfekte Bild hat, sondern einfach das, was einem gerade gefällt. Die Materialien sind so günstig, dass man einfach noch ein paar mehr machen kann...

Bis dann, ihr Lieben. Ich hab noch zu tun... ;)
christina